Brief an die Handelsketten:
(November 2005)


Betreff: Kennzeichnung von Waren aus völkerrechtswidrigen Siedlungen



Sehr geehrte Damen und Herren,


seit Anfang 2005 ist eine neue Zollvereinbarung zwischen der EU und Israel in Kraft getreten (Amtsblatt der EU: Hinweis an die Einführer aus Israel in die Gemeinschaft 2005/C 20/02).
Diese Zollvereinbarung verlangt von Israel beim Export in die EU die Angaben von Produktionsorten, damit Siedlungsprodukten Zollpräferenzen verweigert werden können.
Nach der Vereinbarung vom 1. Februar 2005 haben die israelischen Zollbehörden nun ihre eigenen Exporteure anzuweisen, sämtliche Bearbeitungsorte zu dokumentieren.
Dadurch kommen die EU-Staaten in die Lage, den tatsächlichen Warenursprung der Erzeugnisse und deren Präferenzberechtigung zweifelsfrei festzustellen.
Ein gewichtiger Schritt in die richtige Richtung, jedoch ohne erkennbare Konsequenzen für uns Verbraucherinnen und Verbraucher hier in Deutschland. Wir können noch immer nicht erkennen, woher die Waren tatsächlich stammen!
Seit Februar 2005 warten wir auf eine differenzierte Kennzeichnung, aber die Waren sind nach unseren Beobachtungen nach wie vor so deklariert wie vor dem 1. Februar 2005.

Wir haben dazu zwei Fragen:
1.) Ab wann können wir Verbraucherinnen und Verbraucher darauf vertrauen, dass die Waren mit der Kennzeichnung „made in Israel“ auch tatsächlich aus dem israelischen Staatsgebiet stammen und nicht aus den völkerrechtswidrigen Siedlungen ?
2.) Welche Kennzeichnung sollten Waren Ihrer Meinung nach künftig tragen, damit wir beim Einkauf endlich Klarheit bekommen?

Wir bitten um Ihre baldige Rückmeldung



Mit freundlichen Grüssen





Rückmeldungen bitte an das : FrauenNetzwerkNahost Brigitte Keyl Friedhofweg 4, 73061 Ebersbach
Zur Kenntnis: dieser Brief geht an weitere Handelsniederlassungen in Deutschland